Vater und Sohn bauen gemeinsam einen Milchviehbetrieb für zwei Familien

Vater und Sohn bauen gemeinsam einen Milchviehbetrieb für zwei Familien
Mittwoch, 10. Mai 2017

In Neuenkirchen (Niedersachsen) betreiben Jan-Paul Keurentjes und sein Sohn Benjo einen Landwirtschaftlichen Betrieb. Auf dem Hof werden 190 Holstein-Milchkühe und 130 Stück Jungvieh gehalten. Die mit diesem Viehbestand erzielte Milchleistung beträgt durchschnittlich 9 500 kg Milch mit 4,10 % Fett und 3,40 % Eiweiß pro Kuh pro Jahr. Die Betriebsgröße umfasst 72 ha, auf die 35 ha Weiden, 30 ha Mais und 7 ha Getreide entfallen. Eine Besonderheit der Grundfuttergewinnung liegt darin, dass immer ein erster Schnitt Gras vom geplanten Maisland geerntet wird, bevor der Mais gesät wird. Dies sichert dem Betrieb jährlich eine beachtliche Menge besten Grundfutters. Jan-Paul und Benjo führen den Großteil der Arbeit selbst aus und es ist regelmäßig ein Praktikant im Betrieb.

Keurentjes Panorama

 

Bereits 1994 begann Jan-Paul an dem heutigen Standort mit seiner Familie einen Milchviehbetrieb  zu bewirtschaften. Damals umfasste der Betrieb 60 Milchkühe. Während der Quotenperiode wuchs der Betrieb beständig auf 90 Milchkühe. Als klar war, dass Benjos Zukunft ebenfalls in der Milchviehwirtschaft liegt, wurden schnell Pläne für die Erweiterung des Betriebs geschmiedet, damit dieser für zwei Familien rentabel wird.

 2010 entstanden die Pläne für den Ausbau des bestehenden Stalls, die jedoch verworfen wurden, da die Bedingungen für die Tiere nicht optimal waren. Man entschied sich dafür, einen völlig neuen Liegeboxenstall zu errichten. Bei den Bauplänen standen Kuhkomfort, Arbeitseffizienz und automatisches Melken im Mittelpunkt, damit eine optimale Produktion mit der erforderlichen Flexibilität in Bezug auf das Sozialleben Hand in Hand gehen können. Welcher Melkroboter die Kühe melken sollte, stand keinesfalls fest, aber ein Roboter von SAC schien keine Option zu sein. Bis Jan-Paul und Benjo dazu überredet wurden sich das System in einigen Betrieben anzusehen. Die Arbeitsweise des SAC RDS Futureline MAX sprach sie an und die guten Erfahrungen mit dem SAC-Service in den Niederlanden überzeugten sie vollends: 2014 wurden eine Doppelbox und eine Einzelbox des SAC RDS Futureline MAX im neuen Stall installiert.

 

Keurentjes Koe Robot

 

Der Umzug in den neuen Stall und das Robotermelken erfordern laut Jan-Paul eine völlig andere Arbeitsweise: „Das tägliche Management muss komplett umgestaltet werden und vor allem in der Anfangsphase lernt man täglich etwas Neues. Was das betrifft, gewöhnen sich die Kühe schneller an einen Roboter als der Bauer selbst.“ Mittlerweile läuft das System auf vollen Touren – insbesondere, seitdem die neue Vision2Milk-Software installiert wurde. Jan-Paul ist mit der für den neuen Melkroboter von SAC entwickelten Software zufrieden: „Das ist wirklich eine Stärke von SAC: Wenn ein neues Produkt wie der neue Elite-Melkroboter entwickelt wird, sind viele Verbesserungen auch für ältere Modelle verfügbar. Die Ansetzraten waren noch nie so hoch!“ Die positiven Auswirkungen waren bereits am Tag nach der Installation sichtbar und sind laut Benjo auch an der Kapazität erkennbar. „Es können jetzt mehr Kühe von den Robotern gemolken werden, ohne dass die Intervalle zwischen den Melkvorgängen länger werden.“

Für die Zukunft des eigenen Betriebs liegen klare Pläne vor: Optimierung der gegenwärtigen Situation, damit die Arbeit für beide Familien rentabel bleibt und auch weiterhin Spaß macht. „Das würde bedeuten, dass wir in Richtung   10 000 kg Milch pro Kuh pro Jahr mit  gleichbleibenden Selbstkosten gehen. Dabei ist wichtig, die sich ständig ändernde Gesetzgebung im Bereich Umwelt und Düngung zu berücksichtigen.

 Dieses Thema ist in Deutschland im Moment sehr aktuell“, erklärt Jan-Paul sein Zukunftsbild. Für die Milchviehhalter im Allgemeinen sehen beide eine positive Zukunft, obwohl sie erwarten, dass der Preis für Landwirtschaftliche Flächen in Zukunft steigen wird, da immer mehr Flächen für z.B.  Umweltzwecke und Straßenbau verbraucht wird. Auch die kritischen Stimmen von Tier- und Umweltschützern werden laut Jan-Paul immer mehr: „Davor müssen wir aber keine Angst haben, weil wir versuchen unseren Kühen immer das Beste zu bieten. Aus diesem Grund ist Transparenz für Jan-Paul äußerst wichtig: „Wir geben dem Verbraucher einen Einblick in die Abläufe eines modernen Milchviehbetriebs und können so dafür sorgen, dass unsere Produktionsweise die Anerkennung erhält, die sie verdient.“